AI Engineering / 5 min
Foundry Agent: Vom Q&A-Endpunkt zum Werkzeug-Agenten
Wie der Archiv-Assistent zum Foundry Agent wurde: Toolbox, Agent-Loop mit Function Calling, Grundierungsdaten und Dokument-Export als Download.
ReleasedOpen in signal graph →Published 2026-07-23
Ausgangslage
Der Assistent dieses Archivs war ein einfacher Q&A-Endpunkt: eine Frage, ein Retrieval-Durchlauf, eine Antwort. Für echte Archiv-Navigation reichte das nicht — Folgefragen verloren den Kontext, und der Assistent konnte nur suchen, nichts tun.
Der Umbau zum Agenten
Der neue Foundry Agent besteht aus drei Schichten:
- Toolbox — fünf deklarierte Werkzeuge: Grounding-Suche, Kanal-Listing, Eintragsdetails, Archiv-Statistik und Dokument-Export (PDF/DOCX).
- Agent-Loop — bis zu vier Tool-Runden mit Function Calling gegen das Azure-OpenAI-Deployment. Der Loop sammelt Quellen dedupliziert in einer Registry, sodass Zitate über mehrere Tool-Aufrufe hinweg stabil nummeriert bleiben.
- Chat-Interface — Mehrrunden-Konversation mit sichtbarer Tool-Aktivität, klickbaren [n]-Quellen und Download-Chips für erzeugte Dokumente.
Entscheidungen und Lehren
Tool-Output ist untrusted. Der Systemprompt behandelt alle Tool-Ausgaben als nicht vertrauenswürdige Daten — dieselbe Regel, die OpenClaw für eingehende DMs verwendet. Anweisungen in Archivinhalten werden dadurch nicht ausgeführt.
Grundierung schlägt Gedächtnis. Der Agent darf Archivfragen nie aus dem Modellwissen beantworten; jede Inhaltsfrage beginnt mit einem Tool-Aufruf. Das gleiche Muster trägt JustitiaAI mit Azure AI Search.
Dokumente als Tool, nicht als Sonderfall. Der PDF/DOCX-Export ist ein normales fünftes Werkzeug. Der Agent sammelt zuerst grundierte Fakten und komponiert dann Titel und Abschnitte selbst — die Datei landet über einen kurzlebigen In-Memory-Store als Download im Chat.
Ergebnis
Im Live-Test rief der Agent selbstständig alle sieben Projekte einzeln ab und erzeugte daraus einen strukturierten PDF-Überblick — neun Tool-Schritte, ohne dass der Ablauf vorgegeben war.